Wenn Gedanken Gestalt annehmen.
30. April 2026
Eine Pappfigur sitzt im Raum.
Ihr Körper besteht aus Texten, aus Fragmenten, aus Gedanken des 18. Jahrhunderts.
In der Hand: eine Schreibfeder.
Als würde er – der Johann Wilhelm Ludwig
Gleim aus Papier – noch schreiben.
Als wäre sein Denken nie abgeschlossen.
Dies ist eine Station der inklusiven Führung.
Gemeinsam führen Dr. Ute Pott, die Museumsdirektorin, und Marco Erdmann, aus der Werkstatt für Menschen mit Sinnesbehinderung, durch das Museum – und was zunächst wie ein klassisches Tandem wirkt, wird schnell zu etwas anderem:
zu einem echten Miteinander.
Hier erklärt nicht eine – und der andere hört zu.
Hier entsteht ein Gespräch.
Wenn Marco Erdmann Gedanken der Aufklärung aufgreift, wenn er Immanuel Kant mühelos zitiert und mit der Gegenwart verbindet, dann ist das kein Auswendiglernen. Es ist Aneignung. Es ist Haltung.
Und es ist berührend zu sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit sich beide begegnen:
respektvoll, humorvoll, wach.
Fast so, als würde die Figur im Raum lebendig werden.
Als würden ihre Gedanken weitergetragen.
Im Sinne von Gleim wird das Museum zu einem Ort, an dem Denken nicht nur bewahrt, sondern geteilt wird.
Und vielleicht ist das die eigentliche Stärke dieses Moments:
Dass Inklusion hier nicht sichtbar gemacht werden muss.
Sie ist einfach da.
In jedem Satz.
In jedem Lächeln.
In jedem gemeinsamen Gedanken.
Und man verlässt diesen Raum mit dem Gefühl:
Die Feder schreibt weiter.
Erste Hilfe stärkt Arbeitssicherheit und Selbstvertrauen – deshalb ist sie fester Bestandteil unserer Qualifizierungsangebote.
16. April 2026
Letzte Woche haben 23 Leistungsberechtigte erfolgreich ihren Erste-Hilfe-Kurs absolviert.
Unser Ansatz ist praxisnah und individuell:
Übungen werden so angepasst, dass jede*r handlungsfähig bleibt – auch bei unterschiedlichen Voraussetzungen. Denn auch wer vor lauter Aufregung nicht bis 30 zählen kann, kann reanimieren.
Die abschließende Schulung erfolgt durch Ausbilder des Deutsches Rotes Kreuz – angepasst an die Bedürfnisse unserer Teilnehmenden, z. B. in zwei Einheiten à 4 Stunden für eine optimale Konzentration und nicht wie normalerweise 8 Stunden am Block.
Warum uns das besonders wichtig ist:
Einige von uns arbeiten außerhalb der Werkstatt, etwa im Garten- und Landschaftsbau oder auf betriebsintegrierten Arbeitsplätzen. Dort ist schnelle Unterstützung durch den geschulten Gruppenleiter nicht immer unmittelbar verfügbar. Umso entscheidender ist es, im Notfall sicher reagieren und auch kleinere Verletzungen eigenständig versorgen zu können.
Unser Ziel: mehr Handlungssicherheit im Arbeitsalltag – und die Gewissheit, im Ernstfall helfen zu können. Und das haben alle erreicht. Glückwunsch.
Viele Workshops. Viele Leute. Viele Ideen.
13. März 2026
Beim Fachkongress „You can!“ in Leipzig schwärmen unser Werkstattrat, die Frauenbeauftragte und das Leitungsteam aus – und verteilen sich bewusst auf möglichst verschiedene Workshops. Ziel: so viele Impulse wie möglich für unseren Werkstattalltag mitnehmen.
Die Themen sind bunt gemischt:
von Tipps für Vergütungsverhandlungen, Management und Veränderungsprozesse über Betriebliches Gesundheitsmanagement bis hin zu Themen rund um Werkstattrat und Frauenbeauftragte.
Und weil gute Ideen nicht warten müssen, werden die ersten Gedanken zur Umsetzung bei uns schon am Abend gemeinsam diskutiert.
Neben den fachlichen Inputs bleibt auch Zeit für Gespräche, Begegnungen und Austausch mit Kolleg*innen aus anderen Einrichtungen und Bundesländern.
Kurz gesagt:
Viele Gespräche. Viel Inspiration. Und eine ganze Menge Ideen für unsere Werkstatt.
Der versteckte Stern in uns
22. Dezember 2025
In der Andacht haben wir einen Apfel
einmal anders aufgeschnitten –
nicht längs, sondern quer.
Plötzlich war er da:
der Stern mitten im Inneren.
Ein schönes Bild für das Leben.
Denn auch in jedem von uns
ist ein Stern verborgen.
Ein Licht für jemanden anderen.
Eines, das Orientierung schenkt,
Mut macht und den Weg erhellt.
Mit diesem Gedanken gehen wir weiter:
offen, vertrauensvoll und mutig auf dem Weg ins neue Jahr.
Danke an alle Partner und Freunde
der Diakonie Werkstätten Halberstadt
für das gemeinsame Unterwegssein.
Gesegnete Weihnachten
Licht, Zuversicht
und Mut für das neue Jahr.
„Eigenlob? Stimmt.“ “Nee.” “Doch!” – 2. Frauenfrühstück der Initiative „Frauen für Halberstadt“ in den Diakonie Werkstätten
20. November 2025
Am 8. November war unser Haus erfüllt von Lachen, leisen Aha-Momenten und ganz viel Frauenpower.
Zu Gast: Lucia Parthen – eine Referentin, die Humor und Tiefgang so elegant mischt, dass man gar nicht merkt, wie viel Stärke man plötzlich selbst entwickelt.
Unter dem Motto „Stell dein Licht mal auf den Scheffel – das Ende des Tiefstapelns“ sprach sie über Selbstwert, Mut und darüber, wie wir endlich aus der Tiefstapel-Falle herausfinden.
Und dann dieser Satz: „Ich bin über alle Maßen großartig, wunderbar, liebenswert, schön, brillant, talentiert und kraftvoll.“
Probieren Sie mal, das laut auszusprechen.
Und dann stellen Sie sich vor, Sie sagen das vor 100 Frauen.
Genau so war es bei uns: Schmunzeln. Zweifel. Nicken. Und dieses warme Gefühl: Wir sitzen da alle im selben Boot.
Die Buchhandlung Schönherr stellte dazu passende Frauenliteratur vor – stark, vielseitig und inspirierend.
Musikschülerinnen aus der Ukraine begleiteten den Vormittag musikalisch und sorgten für Gänsehaut-Momente.
Ein Satz, der uns besonders begleitet:
„Eigenlob? Stimmt.“
Vielleicht sollten wir diesen Gedanken öfter pflegen.
Ein rundum berührender Vormittag, der gezeigt hat, wie kraftvoll ein Raum voller Frauen sein kann.
Danke an alle, die dabei waren. ❤️ Ein herzliches Dankeschön
an Elke Selke, unsere Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises,
an Sarah Schulze, Landesbeauftragte für Frauen und Gleichstellung in Politik und Gesellschaft in Sachsen-Anhalt sowie Schirmherrin der Frauenwoche,
an Andrea Schwarzloose, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Halberstadt,
und natürlich an das fantastische Orga-Team des Frauenfrühstücks, das diesen besonderen Vormittag möglich gemacht hat.
“Niemals nie sagen!” – Nicks Weg auf zwei Rädern
9. Oktober 2025
Wer hätte gedacht, dass eine Bildungsfahrt nach Fehmarn so viel verändern kann? Dort hat Nick seine Begeisterung fürs Fahrradfahren entdeckt – und seitdem lässt ihn die Leidenschaft nicht mehr los. Zurück in Wegeleben heißt es für ihn nun: rauf aufs Rad, Feldwege entlang und ab nach Halberstadt in die Werkstatt.
Wind, Wetter, die täglichen 22 Kilometer, innerer Schweinehund? Alles keine Ausrede mehr für Nick. Mit seiner kleinen Musikbox voller Schlagerhits im Gepäck macht ihm der tägliche Weg zur Arbeit sogar richtig Spaß.
Ein besonderes Highlight: In der Werkstatt wurde für ihn ein Fahrrad neu aufgebaut. Damit ging ein echter Traum in Erfüllung – mehr Unabhängigkeit, mehr Fitness, mehr Selbstständigkeit.
Dass Mobilität für viele Werkstatt-Beschäftigte eine echte Herausforderung ist, wissen wir: Oft passt der ÖPNV in den Dörfern nicht zu den Werkstattzeiten, und die Strecken sind lang. Umso größer unser Respekt für Nick, der zeigt: Mit Motivation und Unterstützung ist mehr möglich, als man denkt.
Nick hat nicht nur auf der Rolle viele Trainingsrunden geschafft, sondern sogar die Lidl Deutschland Tour live miterlebt. Für ihn ist Radfahren längst mehr als ein Hobby – es ist Lebensfreude pur!
Bleib dran, Nick – wir sind stolz auf dich!
Drillen, Düngen, Ernten:
Ein Blick hinter die Kulissen eines landwirtschaftlichen Betriebs
9. Juli 2024
Die Harslebener Agrargenossenschaft e.G. öffnete kürzlich ihre Tore für die Teilnehmer*innen unseres Berufsbildungsbereichs. Wir wurden von Dietmar Messing, einem erfahrenen Mitarbeiter des Betriebs, herzlich empfangen und auf eine informative Reise durch die Geschichte und Gegenwart des Betriebs mitgenommen.
In einem anschaulichen Vortrag erzählte er von den Anfängen der Agrargenossenschaft bis hin zur heutigen modernen Struktur. Anhand von Anschauungsmaterial, wie verschiedener Getreidesorten, konnten die Teilnehmer*innen die Unterschiede zwischen Weizen, Gerste und Roggen betrachten und erhielten interessante Einblicke in deren Anbau und Verarbeitung. Im Anschluss an den Vortrag wurden wir durch die verschiedenen Standorte der Agrargenossenschaft geführt. Dabei erhielten wir unter anderem einen Einblick in die Arbeit auf den weitläufigen Feldern, konnten uns die modernen Traktoren, Mähdrescher und Sämaschinen aus nächster Nähe ansehen und etwas über die tägliche Arbeit der Mitarbeiter*innen erfahren – vom Pflanzen und Ernten bis hin zur Pflege der Maschinen. Das Highlight war die Möglichkeit, selbst Platz in einem der modernen Traktoren zu nehmen. Dies war ein Erlebnis, das die Herzen der technikbegeisterten Teilnehmer*innen sichtlich höher schlagen ließ.
Sarah Müller, Bildungsbegleiterin
Gemeinsam am Start – wir beim Harzer Firmenlauf
25. Juni 2024
Letztes Jahr liefen wir mangels kompletter Staffel bei befreundeten Firmen mit und stellten damals fest… beim nächsten Mal wollen wir unbedingt wieder mitlaufen – aber dann mit einer eigenen Staffel.
Gesagt, getan. Spontan bildete unser Kletterteam noch eine zweite Staffel.
Nach dem Lauf waren alle glücklich und zufrieden… wie nach jedem Lauf.
Und nächstes Jahr? Da sind wir wieder dabei und haben uns schon mal hochmotiviert zum Training in der Mittagspause verabredet.
Bildrechte: LAG WfbM Sachsen-Anhalt e.V.